Otto Freundlich, Sphärischer Körper, 1925, Pastell, Privatsammlung, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
Basel: Otto Freundlich. Kosmischer Kommunismus
https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/2017/otto-freundlich
10.06.2017 - 10.09.2017
Kunstmuseum Basel Neubau St. Alban-Graben 16, 4051 Basel
Er ist einer der originellsten Abstrakten des 20. Jahrhunderts: In einer großen Retrospektive zeigt das Museum Ludwig das Werk von Otto Freundlich (1878–1943).
Mit Hilfe von rund 80 Exponaten zeichnet die Ausstellung Werk, Denken und Leben eines Künstlers nach, der Gemälde und Skulpturen ebenso schuf wie Fenster und Mosaike und der schließlich von den Nazis als „entartet“ verfemt und als Jude ermordet wurde.
Viele von Freundlichs Arbeiten wurden zerstört. Sein Großer Kopf, den die Nazis 1938 auf das Titelblatt ihres Ausstellungsführers „Entartete Kunst" setzten, ist noch heute sein bekanntestes Werk.
Freundlich, der seit 1924 in Paris lebte, war mit führenden Künstlern seiner Zeit befreundet. Einen Appell an den französischen Staat zum Ankauf eines seiner Werke unterzeichneten 1938 Delaunay, Döblin, Kandinsky, Picasso und viele andere. Charakteristisch für seine Entwicklung war zunächst die Nähe zur angewandten Kunst. In Teppichen, Mosaiken und Glasbildern schloss er an die Tradition der Zünfte an, um sie mit einer kollektiven Kunst der Zukunft zu verbinden. In der leuchtenden Flächigkeit alter Kirchenfenster sah er die Begrenzungen einer plastischen, von den Konturen der Gegenstände her konzipierten Kunst überwunden.
Diesen Weg verfolgte er weiter. Die Abstraktion verstand er als Ausdruck einer radikalen Neuerung, die weit über die Kunst hinausging. Die gekrümmten Flächen seiner Gemälde reflektieren etwa das Raumkonzept der Physik Albert Einsteins, mit der er früh vertraut war. Die Überwindung der Gegenständlichkeit hat aber auch eine soziale Dimension. Für Freundlich war alle dingliche Wahrnehmung von Besitzdenken durchdrungen und damit überholt: „das Objekt als Gegenpol des Individuums wird verschwinden; also auch das Objektsein eines Menschen für den andern“. Den Zusammenklang der Farben auf seinen Bildern sah er stets in einem Zusammenhang mit dem großen Ganzen. In dem Kommunismus, für den er kämpfte, sollte es keine Grenzen geben „zwischen Welt und Kosmos, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mein und Dein, zwischen allen Dingen, die wir sehen“.
Die Retrospektive versammelt zahlreiche Leihgaben. Eines der schönsten Exponate aber stammt aus Köln: das Mosaik Geburt des Menschen (1919), das Nationalsozialismus und Krieg wie durch ein Wunder in einem Schuppen überstanden hat. 1954 installierte es die Stadt Köln im neu errichteten Opernhaus. Danach geriet es – obwohl es stets öffentlich zugänglich war – nach und nach aus dem Blick. Nun wird es im Museum Ludwig gezeigt: als ein Hauptwerk des Künstlers und zum ersten Mal im Kontext des Gesamtwerks.
Im Anschluss wird die Ausstellung vom 10. Juni –10. September 2017 im Kunstmuseum Basel zu sehen sein.
nächste Termine
Sa. 10.06.2017 - So. 10.09.2017
Sa. 10.06.2017 - So. 10.09.2017
Mit Hilfe von rund 80 Exponaten zeichnet die Ausstellung Werk, Denken und Leben eines Künstlers nach, der Gemälde und Skulpturen ebenso schuf wie Fenster und Mosaike und der schließlich von den Nazis als „entartet“ verfemt und als Jude ermordet wurde.
Viele von Freundlichs Arbeiten wurden zerstört. Sein Großer Kopf, den die Nazis 1938 auf das Titelblatt ihres Ausstellungsführers „Entartete Kunst" setzten, ist noch heute sein bekanntestes Werk.
Freundlich, der seit 1924 in Paris lebte, war mit führenden Künstlern seiner Zeit befreundet. Einen Appell an den französischen Staat zum Ankauf eines seiner Werke unterzeichneten 1938 Delaunay, Döblin, Kandinsky, Picasso und viele andere. Charakteristisch für seine Entwicklung war zunächst die Nähe zur angewandten Kunst. In Teppichen, Mosaiken und Glasbildern schloss er an die Tradition der Zünfte an, um sie mit einer kollektiven Kunst der Zukunft zu verbinden. In der leuchtenden Flächigkeit alter Kirchenfenster sah er die Begrenzungen einer plastischen, von den Konturen der Gegenstände her konzipierten Kunst überwunden.
Diesen Weg verfolgte er weiter. Die Abstraktion verstand er als Ausdruck einer radikalen Neuerung, die weit über die Kunst hinausging. Die gekrümmten Flächen seiner Gemälde reflektieren etwa das Raumkonzept der Physik Albert Einsteins, mit der er früh vertraut war. Die Überwindung der Gegenständlichkeit hat aber auch eine soziale Dimension. Für Freundlich war alle dingliche Wahrnehmung von Besitzdenken durchdrungen und damit überholt: „das Objekt als Gegenpol des Individuums wird verschwinden; also auch das Objektsein eines Menschen für den andern“. Den Zusammenklang der Farben auf seinen Bildern sah er stets in einem Zusammenhang mit dem großen Ganzen. In dem Kommunismus, für den er kämpfte, sollte es keine Grenzen geben „zwischen Welt und Kosmos, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mein und Dein, zwischen allen Dingen, die wir sehen“.
Die Retrospektive versammelt zahlreiche Leihgaben. Eines der schönsten Exponate aber stammt aus Köln: das Mosaik Geburt des Menschen (1919), das Nationalsozialismus und Krieg wie durch ein Wunder in einem Schuppen überstanden hat. 1954 installierte es die Stadt Köln im neu errichteten Opernhaus. Danach geriet es – obwohl es stets öffentlich zugänglich war – nach und nach aus dem Blick. Nun wird es im Museum Ludwig gezeigt: als ein Hauptwerk des Künstlers und zum ersten Mal im Kontext des Gesamtwerks.
Im Anschluss wird die Ausstellung vom 10. Juni –10. September 2017 im Kunstmuseum Basel zu sehen sein.
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Sa. 10.06.2017 - So. 10.09.2017
Sa. 10.06.2017 - So. 10.09.2017
Eingetragen am: Mittwoch, 08.03.2017
Letzte Änderung: Donnerstag, 13.07.2017